Finanzierung

6,3 Milliarden Euro für Agrarförderung

Von Jürgen Ackermann · 2015

Die Unterstützung der Europäischen Union für die Landwirtschaft verteilt sich auf zwei Säulen. Um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen, müssen bestimmte Standards erfüllt sein. Bis 2019 sollen diese Förderungen schrittweise auf 4,7 Milliarden Euro sinken. Vor allem für kleine und mittlere Betriebe sind diese Unterstützungen immens wichtig.

Die Summe der eu-Mittel, die von 2014 bis 2020 jährlich in Deutschland für die Agrarförderung zur Verfügung steht, liegt bei 6,3 Milliarden Euro. Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (bmel) zufolge verteilt sich die eu-Förderung auf zwei Säulen: „Aus der ersten Säule finanzieren sich die Direktzahlungen an die Landwirte, die – bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen – je Hektar landwirtschaftlicher Fläche gewährt werden.“ Allerdings müssen dabei ausdrücklich bestimmte Standards (sogenannte „Cross Compliance“) eingehalten werden. 

Große Bedeutung für kleine Höfe

Diese Zahlungen machen machen einen beträchtlichen Anteil des Einkommens der Betriebe aus. „Gerade für die Existenz kleinerer und mittlerer Betriebe und für die Bewirtschaftung von benachteiligten Regionen sind sie von großer Bedeutung“, heißt es beim bmel. 30 Prozent der Mittel für Direktzahlungen werden – im Rahmen des sogenannten Greenings – an die Einhaltung bestimmter Landbewirtschaftungsmethoden gebunden, die den Klima- und Umweltschutz fördern. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie über die bereits heute geltenden Cross-Compliance-Standards noch hinausgehen. Die zweite Säule der eu-Förderung umfasst gezielte Förderprogramme für die nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und die ländliche Entwicklung. Dazu zählen unter anderem Agrarumweltprogramme und die Förderung des ökologischen Landbaus. Für die zweite Säule stehen dem Ministerium zufolge in Deutschland jährlich rund 1,3 Milliarden Euro an eu-Mitteln zur Verfügung, die mit weiteren nationalen Mitteln kofinanziert werden
müssen.

Verringerung bis 2019

Die Direktzahlungen in Deutschland verringern sich schrittweise auf gut 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2019. „Das neue Direktzahlungssystem besteht aus einer Basisprämie, einer Greening-Zahlung, einer Junglandwirteförderung sowie einer zusätzlichen Zahlung für die ersten Hektare“, erklären die bmel-Experten. Dabei werden die Direktzahlungen im Laufe der Förderperiode deutschlandweit angeglichen. Derzeit noch bestehende regionale Unterschiede bei der Basisprämie sollen ab 2017 bis zum Jahr 2019 in drei Schritten abgebaut werden. Die Greening-Zahlung, die die Landwirte für zusätzliche Umweltleistungen bekommen, ist bereits von Beginn an in ganz Deutschland gleich hoch, ebenso die Junglandwirteförderung sowie die Zusatzprämie für die ersten Hektare.
Wenn alle Umstellungsprozesse abgeschlossen sind, erhalten die Landwirte in Deutschland ab 2019 im Durchschnitt rund 281 Euro an Direktzahlungen pro Hektar. Darin berücksichtigt ist der Abzug von rund einem Prozent der Mittel für den Krisenfonds. Bei den Durchschnittswerten ist zu berücksichtigen, dass Junglandwirte, junge Betriebsleiter und kleiner Betriebe deutlich mehr als 281 Euro erhalten, größere Betriebe hingegen weniger.