Lebensmittelsicherheit

99 Prozent unbelastet

Von Jana Becker · 2015

Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Deutschland und der eu überschreiten nur selten die Höchstwerte für Pflanzenschutzmittelrückstände. Die Belastungsquote liegt zum fünften Mal bei rund einem Prozent. Bei aus Drittstaaten importierten Lebensmitteln sieht das allerdings anders aus. Doch auch hier sind nur wenige Produktgruppen über Gebühr belastet.

Nur bei 1,1 Prozent der in Deutschland produzierten Lebensmittel war im Jahr 2013 eine Überschreitung der Höchstwerte von Pflanzenschutzmittelrückständen festgestellt worden. Die Belastung der Lebensmittel bleibt damit auf einem niedrigen Niveau. Deutlich höher ist jedoch die Belastung bei von außerhalb der eu importierter Ware (6,5 Prozent). Das geht aus dem Bericht zur „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2013“ hervor, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (bvl) im April dieses Jahres vorgestellt hat. 

Deutsche Produkte kaum belastet

So wurden nach Angaben des bvl in den vergangenen fünf Jahren die Höchstgehalte für Rückstände von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in deutschen Erzeugnissen nahezu gleichbleibend nur in etwa einem Prozent der untersuchten Proben überschritten. Auch Waren aus anderen eu-Staaten waren ähnlich gering belastet. Hier wurden im Jahr 2013 in 0,9 Prozent der untersuchten Proben Überschreitungen des Rückstandshöchstgehaltes gemessen. 
Besonderes Augenmerk legten die Experten des bvl auf Säuglingsnahrung. So wurden 2013 bei der Nahrung für Babys und Kleinkinder keine Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen festegestellt, obwohl hier strengere Höchstgehalte gelten. Die Hersteller von Säuglingsnahrung verpflichten seit Jahren ihre Lieferanten dazu, strengste Qualitätskriterien an die Vorprodukte anzulegen, schlussfolgern die Experten.

Erzeugnisse aus Drittstaaten nicht per se schlechter

Anders als bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus Deutschland oder der eu waren Produkte aus Drittstaaten, die nach Deutschland importiert wurden, etwa sechs- bis siebenmal häufiger mit Rückständen über den Höchstgehalten belastet. „Die meisten Lebensmittel aus Drittstaaten sind aber nicht per se schlechter“, erklärt bvl-Präsident Helmut Tschiersky. So würden die Experten zwar bei einigen wenigen Produkten wie schwarzem oder grünem Tee, bei Maracujas und frischen Kräutern immer noch bei 20 Prozent und mehr Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen feststellen. Viele andere importierte Lebensmittel wie Birnen, Kartoffeln, Rosinen, Kiwis, Melonen und alle untersuchten tierischen Lebensmittel wiesen allerdings keinerlei Überschreitungen auf. 
Eine differenzierte Sichtweise ist nicht nur in Bezug auf die Lebensmittelgruppe und die Herkunft der Erzeugnisse, sondern auch die Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nötig. Mit immer sensibler werdender Analytik wurde im Jahr 2013 auf insgesamt 833 Wirkstoffe untersucht. Beanstandungen von Lebensmitteln durch die zuständigen Überwachungsbehörden aufgrund von Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen wurden aber nur bei 91 Wirkstoffen (10,9 Prozent) ausgesprochen. Fast 90 Prozent aller Wirkstoffe waren also nicht auffällig.