Precision Farming

Der smarte Landwirt

Von Jens Bartels · 2016

Die Produktion landwirtschaftlicher Güter ändert sich rasant. Dabei gewinnt die intelligent gesteuerte Landwirtschaft und eine damit einhergehende effizientere Bewirtschaftung von Feldern immer mehr an Bedeutung.
Eine Folge: Die Anforderungen an das Datenmanagement wachsen auf den bundesdeutschen High-Tech-Bauernhöfen.

Für viele Menschen klingt es wie Zukunftsmusik. Drohnen fliegen über Felder und beobachten den Zustand von Pflanzen; Sensoren vor dem Traktor kontrollieren die Blattfärbung des Getreides und steuern die Pflanzenschutzspritzen oder eine App zeigt in Echtzeit auf dem Tablet den Ertrag des abgeernteten Getreides. Auf bundesweit immer mehr Höfen gehört der Einsatz IT-gestützter Systeme heute zum Alltag, sie machen den Beruf des Bauern zu einem High-Tech-Job. Wenn Landwirte mithilfe dieser modernen Technologien auf ihren Feldern Produktivität und Ertrag erhöhen, sprechen Fachleute von Precision Farming.

Präzision steigert Effizienz

„Der Präzisionsackerbau verbindet zahlreiche Technologieanwendungen in verschiedenen Stadien der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette: von der Automationstechnologie über Sensoren für das Geo-Mapping bis hin zur Big-Data-Analyse, um Klima- und Bodendaten besser zu bewerten und die Landwirtschaft effizienter zu gestalten“, erklärt Norbert Dressler. „All diese Applikationsfelder werden in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum erleben und damit auch neue, bisher in der Landwirtschaft unbekannte Marktteilnehmer etwa aus dem it- und Investorensektor, anlocken“, so der Experte der Beratungsfirma Roland Berger weiter.

Bedeutung von Big Data wächst

Eine wachsende Rolle bei der Präzisionslandwirtschaft der Zukunft werden Daten spielen. Der Landwirt wandelt sich zusehends zu einem Datenmanager. Schon heute entsteht auf den High-Tech-Bauernhöfen in Deutschland eine große Zahl an Messwerten und Datensätzen. Mit einer gezielten Erfassung und Auswertung dieser Daten steuert und optimiert ein Landwirt die Produktionsprozesse auf Hof und Acker. Dabei gehören gerade die Vernetzung sämtlicher Informationen und die Nutzung von Daten in Echtzeit immer mehr zu unverzichtbaren Entscheidungsgrundlagen für den smarten Landwirt. In diesem Kontext gilt es, die Hoheit über die selbsterzeugten Daten zu behalten. Denn Daten verfügen über einen Eigenwert, die Verfügbarkeit darüber stellt einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor da.

Wussten Sie schon?

Laut einer Roland-Berger-Studie lag das globale Marktvolumen für die intelligent gesteuerte Landwirtschaft Ende 2014 bei 2,3 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2020 wird dieses Marktvolumen nach Angaben der Unternehmensberatung jährlich um durchschnittlich 12 Prozent wachsen.