Biodiversität

Die Förderung des Artenreichtums geht alle an

Von Pia Wagner · 2015

Wildbienen, Blaukehlchen oder das Flammen-Adonisröschen – nur einige Beispiele für Tiere und Pflanzen, die in Deutschland aktuell vom Aussterben bedroht sind. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz warnt sogar davor, dass bis zum Jahr 2100 etwa 30 Prozent der heimischen Pflanzen und Tiere für immer verschwunden sein könnten. Umso wichtiger ist es, neue Lebensräume für sie zu schaffen.

Eine Möglichkeit, die Artenvielfalt in Deutschland aufrechtzuerhalten, ist die Nutzung von Eh da-Flächen. Dabei handelt es sich um Flächen, die, wie der Name schon sagt, sowieso vorhanden sind, aber nicht ökologisch genutzt werden. Das ist beispielsweise bei Straßenböschungen, Wegrändern, Bahndämmen oder Verkehrsinseln der Fall. In diesen Flächen steckt ein enormes Potenzial. So können laut Matthias Trapp, Geowissenschaftler am Institut für Agrarökologie in Neustadt, drei bis sechs Prozent aller vorhandenen Flächen in Deutschland für das Eh-da-Konzept genutzt werden. Um diese Flächen entsprechend aufzuwerten, wird ein geeigneter Pflege- und Entwicklungsplan entworfen und von der Gemeinde verwirklicht. Dabei handelt es sich um leicht umsetzbare Maßnahmen, wie das Aussäen von
Blühmischungen. 

Flächen ökologisch aufwerten

In einigen Fällen genügt es bereits, weniger häufig zu mähen, um biologischen Lebensraum zu schaffen. Die Aufwertung der Flächen obliegt den Gemeinden oder den Flächeneignern. In besonderer Weise profitieren Honig- und Wildbienen von den neuen Kleinhabitaten. Doch auch für andere Blütenbestäuber und Pflanzenarten sind Eh-da-Flächen Lebensraum und liefern wichtige Nahrungsquellen. Auch die Landwirte sind in der Pflicht, ökologische Verantwortung zu übernehmen und nachhaltig anzubauen. Mehr als die Hälfte der deutschen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Dementsprechend hoch ist hier das Potenzial, Artenvielfalt zu fördern und Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. 

Artenvielfalt in Landwirtschaft und Garten

Die Europäische Kommission fordert von Landwirten als Teil der Greening-Maßnahmen den Erhalt von Wiesen und Weiden sowie die Ausweisung von fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der jeder Einzelne etwas beitragen kann. Der Schutz der Artenvielfalt beginnt bereits vor der eigenen Haustür. So werden Gärten immer wichtiger für Tiere und Pflanzen und können helfen, die Artenvielfalt zu retten. Mit wenig Kosten und Aufwand können Gartenflächen zum Lebensraum für Bienen und andere Tiere umgestaltet und Gartenbesitzer zu Naturschützern werden. Insektenhotels für Wildbienen, das Anlegen von Blumenwiesen oder eines Gartenteichs schaffen Lebensräume mit hohem ökologischen Wert.