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Gastbeitrag

Gib Gummi mit Russischem Löwenzahn – Pusteblumen für die Autoreifen von morgen

Von Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) · 2017

Quelle: Continental Reifen Deutschland GmbH

Einheimische nachwachsende Rohstoffe sind nicht nur Erdölersatz, sie können auch Biomasse aus den Tropen ergänzen und so einen Beitrag zum Regenwaldschutz leisten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) ein vielversprechendes Projekt hierzu.

Der Bedarf an Naturkautschuk wächst weltweit, weil es immer mehr Autos und LKWs gibt. Ein LKW-Reifen enthält bis zu 25 Kilogramm des nachwachsenden Gummis, das so hervorragende Eigenschaften hat, dass es durch künstlichen Kautschuk aus Erdöl nicht vollständig ersetzbar ist. Bislang gewinnt man den Naturkautschuk aus dem Milchsaft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis). Diese Bäume wachsen ausschließlich in den Tropen. Geschätzte 8,5 Millionen Hektar Anbaufläche zusätzlich bräuchte man bis zum Jahr 2024, würde man weiterhin nur diese eine Quelle nutzen. Und der zusätzlichen Anbaufläche fielen wahrscheinlich Regenwälder zum Opfer und mit ihnen wieder ein Stück Artenvielfalt. Um dies zu verhindern, ist die Suche nach Alternativen in vollem Gange. Als heißer Kandidat gilt der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz).

Der Russische Löwenzahn wurde bereits im 20. Jahrhundert unter anderem in der Sowjetunion angebaut und hat 1941 fast ein Drittel des sowjetischen Kautschukbedarfs gedeckt. Doch dann geriet er zunehmend in Vergessenheit. Damit er für die moderne Landwirtschaft und die industrielle Verarbeitung taugt, bedarf es allerdings noch züchterischer Arbeiten. Dem widmet sich jetzt ein Verbund aus Forschung und Industrie, darunter Reifenhersteller Continental. Ziel ist es unter anderem, den Kautschukgehalt in der Pflanze auf mindestens zehn Prozent zu steigern. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt das Projekt. Es sieht die Pflanze als künftigen Lieferant für Industrierohstoffe – neben Kautschuk wird auch Latex erzeugt –, als neue Einkommensquelle für Landwirte und als Bereicherung der Anbauvielfalt auf den heimischen Äckern. Aber das sind noch nicht alle Vorteile: „Diese relativ anspruchslosen Pflanzen können unter vielfältigen Bedingungen wachsen. Sie bringen schon im ersten bis zweiten Jahr Ertrag und nicht, wie der Kautschukbaum, erst nach fünf bis acht Jahren. Der Anbau in Mitteleuropa, also die Plantage am Reifenwerk, spart Transportwege und wir können uns etwas von den Preisschwankungen am Weltmarkt entkoppeln“, erklärt Carla Recker, Leiterin der Löwenzahnaktivitäten bei Continental. Bis 2021 will Continental 35 Millionen Euro in das sogenannte „Taraxagum Lab“ in Anklam investieren. Dort soll die Nutzung der Pflanze weiter voran gebracht werden, rund 20 neue Arbeitsplätze könnten entstehen.