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Interview mit Dr. Tröltzsch

„Nachhaltige Landwirtschaft ist nicht allein Bio“

2018

Porträt: Dr. Carin-Martina Tröltzsch, Geschäftsleiterin Agrar
Dr. Carin-Martina Tröltzsch, Geschäftsleiterin Agrar

Corteva Agriscience TM, der Agrarbereich von DowDuPont, hat sich als eigenständiges Unternehmen ausschließlich der Landwirtschaft verschrieben. Wir sprachen mit Dr. Carin-Martina Tröltzsch, Geschäftsleiterin Agrar für Deutschland, Österreich und die Schweiz, über die Zukunftsaussichten einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland.

Frau Dr. Tröltzsch, Klimawandel, gesellschaftliche Skepsis gegenüber Pflanzenschutzmitteln und immer strengere Regularien, lohnt sich Landwirtschaft in Deutschland noch?

Zunächst ist festzustellen, dass Deutschland seine Landwirtschaft braucht. Ein Landwirt ernährt hier im Schnitt rund 135 Menschen, das sind 20 mehr als noch vor 25 Jahren. Was auf unserem Teller liegt, kommt überwiegend von deutschen Feldern, Weiden und aus heimischen Ställen und Gewässern. Diese Nahrungsmittel werden von mehrheitlich konventionell arbeitenden Betrieben hergestellt. Wobei „konventionell“ aus meiner Sicht der falsche Begriff ist, denn häufig haben wir es mit sehr innovativen und modernen Unternehmen zu tun.

Brauchen wir nicht neue Wege für eine nachhaltige Landwirtschaft?

Das sehe ich auch so. Allerdings darf die Frage nach einer nachhaltigen Landwirtschaft nicht auf die Frage Biosiegel – ja oder nein – reduziert werden. Schon jetzt sehen wir bei unseren Kunden, welchen hohen Stellenwert eine nachhaltige Landwirtschaft hat, die ökologisch verantwortlich arbeitet, verlässliche Lebensmittel für die Verbraucher produziert und für die Landwirte wirtschaftlich erfolgreich ist. So arbeiten wir mit unseren Kunden beständig daran, Saatgut und Pflanzenschutzprodukte zu entwickeln, die sehr individuell – je nach lokaler Bedingung am Standort – ertragsoptimierend performen.

Bauer auf Kornfeld

Was bedeutet das konkret?

Unsere Forscher entwickeln kontinuierlich innovative Wirkstoffe und Produkte. Dabei dient ihnen die Natur immer mehr als Vorbild. Ein Beispiel: Neue Pflanzenschutzmittel, die von Naturprodukten abgeleitet werden, können wichtige Getreidekrankheiten sehr effektiv kontrollieren. Sie haben unter anderem eine hervorragende Wirkung gegen Septoria tritici in Weizen. Wir müssen aber nicht nur beim Pflanzenschutz neue Wege gehen, sondern betrachten den gesamten Prozess – von der Bodenbearbeitung über das Saatgut bis hin zur Beize und den nachgelagerten Prozessen. 

Wie kann dabei die vielbeschworene Digitalisierung helfen?

Digitale Lösungen helfen den Landwirten, den Einsatz von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, aber auch von Maschinen und Düngung, beständig zu optimieren. Ein Beispiel ist das Precision Farming, das eine gezielte und individualisierte Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen ermöglicht. Die Digitalisierung wird der größte Treiber für eine nachhaltigere Landwirtschaft in Deutschland, weil sie Ressourcen schont und die Arbeit der Landwirte noch effizienter macht.

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