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Fokusinterview mit Joachim Rukwied

„Landwirtschaft ist Zukunft“

Von Deutscher Bauernverband e. V. · 2018

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes

Melkroboter, Drohnen, GPS-gesteuerte Landmaschinen – Landwirtschaft bewegt sich. Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, über die Veränderungen in einer Branche, die für die Gesellschaft unverzichtbar ist. Er fordert zukunftsträchtige Entscheidungen von der Politik.

Herr Rukwied, was fasziniert Sie an der Landwirtschaft?

Wir produzieren Lebensmittel – die Mittel zum Leben. Wir Bauern leben auf dem Land und mit der Natur. Wir pflegen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaften im ländlichen Raum. Damit hat Landwirtschaft eine Schlüsselrolle in der Gesellschaft. Deshalb muss die Politik die Rahmenbedingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe so setzen, dass diese auch in Zukunft international wettbewerbsfähig sind. Gerade in diesem Sommer sehen wir, dass etwa eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage zwingend wäre, um die Betriebe besser gegen die Schäden von Wetterextremen abzusichern.

Wie wird sich Landwirtschaft verändern?

Heute spielen neben der Ernährungssicherung auch Themen wie etwa Tierwohl, Arten- und Klimaschutz eine zunehmend wichtigere Rolle. Darauf haben wir uns eingestellt: Wir haben die Initiative Tierwohl gegründet, eine Klimastrategie auf den Weg gebracht, in der wir uns eigene Emissionsreduktionsziele setzen, und wir werden den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln optimieren. Im Bereich Erneuerbarer Energien steuern die Landwirte einen erheblichen Anteil zur Energiewende und zum Klimaschutz bei. Zehn Prozent des Stromes werden inzwischen von der Agrarbranche produziert: Wind-, Solar- und Biogasanlagen sind ein wichtiger Baustein des Strommixes. Damit leisten die Bauern einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz. 

Welche technischen Entwicklungen werden die Landwirtschaft in Zukunft prägen?

Moderne Landwirtschaft kommt ohne digitale Technik nicht mehr aus. Ob im Stall, auf dem Feld oder im Management – die neuen Technologien lassen die Betriebe effizienter, nachhaltiger und damit auch klima- uns ressourcenschonender arbeiten. Der Einsatz von Melkrobotern, Drohnen oder GPS-gesteuerten Landmaschinen unterstützt die Bauern in ihrem Alltag. Sensortechniken, mit denen die Tiere permanent überwacht werden, sorgen für die bestmögliche Tiergesundheit. Dafür brauchen wir schnellstmöglich flächendeckend ein gigabitfähiges Netz und auch einen stabilen Mobilfunk.   

Die Agrarpolitik nach 2020 wird gerade verhandelt. Wird es Kürzungen bei den Direktzahlungen geben?

Meine Botschaft ist ganz klar: Keine Kürzung beim Agrarbudget! Bei den Direktzahlungen lehnen wir Kappung und Degression ab. Denn 70 Prozent der EU sind ländlicher Raum und Rückgrat des ländlichen Raumes ist die Landwirtschaft. Diese sind mehr denn je Grundlage für ein stabiles Europa. Sie sorgen dafür, dass junge Menschen auf dem Land eine Zukunft haben. Auch der Koalitionsvertrag von CDU und SPD ist unmissverständlich: Die Bundesregierung will sich für ein stabiles Agrarbudget auch nach 2020 stark machen. Die deutschen Bauern erwarten, dass sich die Bundesregierung daran hält.

Kontakt

Deutscher Bauernverband e.V.
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
E-Mail: presse@bauernverband.net
Web: www.bauernverband.de

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