Landwirtschaft 4.0

Melkroboter und smarte Traktoren

Von Hartmut Schumacher · 2017

Landwirtschaft 4.0: Zwei Männer stehen im Feld und blicken in ein Tablet
Tablet statt Sense: Für Landwirte werden digitale Endgeräte selbstverständlich.

Der Einsatz moderner Informationstechnologie in der Landwirtschaft sorgt für Vorteile nicht nur bei der Produktivität, sondern auch beim Tierwohl und beim Umweltschutz. Auf dem Weg zu einer digitalisierten Landwirtschaft sind aber noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Landwirtschaft 4.0, Smart Farming, Precision Agriculture: Das Kind hat viele Namen. Gemeint aber ist immer dasselbe – die Digitalisierung der Landwirtschaft. Und die ist schon weit fortgeschritten. In Deutschland nutzen bereits 53 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe digitale Lösungen.

Das Ziel von Landwirtschaft 4.0 ist die Optimierung der landwirtschaftlichen Abläufe durch den Einsatz moderner Informationstechnologie. Konkreter: An landwirtschaftlichen Geräten sind Sensoren angebracht, die Geräte sind miteinander vernetzt, und der (teilweise automatisierte) Einsatz der Geräte wird bestimmt durch die Auswertung der gesammelten Daten.

Produktivität, Tierwohl, Umweltschutz

„Die Verbindung von digitalen Technologien und Landwirtschaft bietet ein riesiges Potenzial und rasant steigende Anwendungsmöglichkeiten von der Produktion bis zur Dokumentation“, erläutert der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht. „In der Praxis tragen diese zum Beispiel zur Verbesserung des Tierwohls, der Optimierung des Ackerbaus und des Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutzes bei. Auch die Flächenproduktivität kann nachhaltig gesteigert werden.“

Praktische Beispiele dafür: Feuchtigkeits- und Temperatursensoren auf Feldern informieren den Landwirt darüber, wann er die Pflanzen wässern muss – und bewahren ihn vor Ernteausfällen durch Hitze oder Frost. Mähdrescher registrieren mit GPS-Unterstützung die Erntemengen der einzelnen Anbauflächen. Anhand dieser Informationen können die Sämaschinen in der nächsten Saison zusätzlich zum Saatgut auf jeder Teilfläche gleich genau die Menge an Düngematerial verteilen, die dort nötig ist. Automatische Melksysteme messen nicht nur die Milchmenge jeder Kuh, sondern können anhand der Milchinhaltsstoffe auch den Gesundheitszustand des Tieres ermitteln.

In naher Zukunft sollen Mähdrescher imstande sein, selbstständig einen Traktor mit Transportanhänger zu rufen, wenn ihre Korntanks voll sind und Informationen über die Menge und die Qualität der Ernte an die Verwaltungs-Software weiterzuleiten, die dann Entscheidungen über die Speicherung und den Verkauf treffen kann. Künstliche-Intelligenz-Systeme werden zudem imstande sein, Landwirte frühzeitig vor Schädlingsbefall zu warnen.

Landwirtschaft 4.0: Bedenken und Hindernisse

Noch immer sind jedoch etwa ein Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland nicht an der Digitalisierung ihrer Produktionsabläufe interessiert. Vor allem kleinere Betriebe scheuen die Investitionen. Hinzu kommen Bedenken wegen der Datensicherheit und der Datenhoheit. Das größte Hindernis sieht der Deutsche Bauernverband allerdings in den oft schlechten Internet-Verbindungen auf dem Lande. Er fordert den Bund und die Länder daher auf, die Internet-Versorgung auf der Basis von Glasfasern und 5G-Mobilfunknetzen flächendeckend rasch voranzutreiben. Das Ziel: „Gigabitgeschwindigkeiten letztlich auch auf der Fläche und im Stall“.

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