Bodenfruchtbarkeit

Ertragreiche Ernte nur mit Düngung

Von Andrea von Gersdorff · 2015

Für ihr Wachstum braucht jede Pflanze Nährstoffe und Mineralsalze, die sie dem Boden entzieht. Werden Felder immer wieder abgeerntet, verliert der Boden zunehmend an Nährstoffgehalt. In der Landwirtschaft werden diese Stoffe dem Boden über Dünger zugeführt, um gleichbleibend hohe Erträge zu erzielen.

Die tatsächliche Bedeutung des Düngens für die Landwirtschaft ist vielen nicht klar. Sie wird überlagert von der Sorge, dem Boden zugeführte Stoffe könnten langfristig der Umwelt und der Gesundheit der Menschen schaden. Allerdings: Ohne Düngen ist die regelmäßige Versorgung mit nährstoffreichen Lebensmitteln nicht zu gewährleisten. Dabei können moderne Dünger die Umwelt durch passgenau ausgebrachte Mengen schonen. 

Schlechte Ernten ohne Dünger 

Alle Gewächse entziehen dem Boden Nährstoffe und Mineralsalze, deren wichtigste Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel und Calcium sind. Solange Pflanzen nicht geerntet und abtransportiert werden, gelangen diese Stoffe in einem natürlichen Kreislauf durch den Zerfall der Pflanzen wieder in den Boden. Doch durch die Ernte wird dieser Kreislauf unterbrochen. Die mineralischen Nährstoffe werden dem Erdreich vorenthalten, sodass schon nach wenigen Ernten ein erheblicher Mangel an Nährstoffen und Mineralien besteht. Die Fruchtbarkeit der Äcker lässt nach. 
Die Folge sind schlechte Ernten. Merkmale der Pflanzen sind schwaches Wachstum sowie eine schlechte Entwicklung der Blüten, Blätter und Wurzeln. Auch ist eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten zu verzeichnen. Die Haltbarkeit, auf die die Verbraucher großen Wert legen, sinkt vor allem bei Obst und Gemüse. 

Nachhaltigkeit ist möglich

Erst durch das Düngen erhält der Boden seine Fruchtbarkeit zurück, die zu besserem Wachstum, höheren Erträgen und hochwertigeren Produkten führt. Das kann durch organischen Dünger wie Gülle und Stallmist oder aber durch industriell erzeugten mineralischen Dünger geschehen. Allerdings gilt beim Düngen wie in vielen anderen Bereichen auch: Viel hilft nicht unbedingt viel. Im Gegenteil, zu viel kann die Umwelt belasten. Eine passgenaue Ausbringung des Düngers auf die Felder entsprechend den Nährstoffbedürfnissen der Pflanzen ist notwendig und vor allem durch mineralischen Dünger möglich. 
Beim organischen Dünger, den die Landwirtschaft selbst erzeugt und vorrangig verwendet, schwanken nicht nur der Nährstoffgehalt und seine Zusammensetzung. Begrenzte Lagerungskapazitäten zwingen zudem zur Ausbringung, was für Böden, Pflanzen und letztlich Gewässer nicht optimal ist. Eine genaue Planung der Düngung ist für den Landwirt nicht so einfach. Mineralischer Dünger hingegen macht in Kombination mit organischem oder bestimmten untergepflügten Pflanzen nachhaltige Düngung möglich, da der Humusgehalt des Bodens erhalten bleibt, der Dünger immer die gleiche Menge an Nährstoffen enthält und die Umwelt dadurch vor Beeinträchtigungen durch zu viel Auswaschung geschützt werden kann.