Digitalisierung in der Tierhaltung

Digital Animal Farming

Von Andrea von Gersdorff · 2018

Die Digitalisierung von Herstellungsprozessen hält rasant Einzug in die Tierhaltung: Sensoren sorgen nicht nur für das richtige Stallklima und das passende Licht, sondern überwachen jedes Tier auch einzeln. Den Wünschen von Landwirten und Kunden kann so Rechnung getragen werden.

Symbolbild Digitalisierung in der Tierhaltung
Hightech behält Tiere und Pflanzen im Auge.

Das Tierwohl steht bei Verbrauchern hoch im Kurs. Aber auch für Landwirte stehen Wünsche wie Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit sowie Transparenz und Qualität in den Prozessen ganz oben auf der Prioritätenliste, denn sie sind der Schlüssel für ökonomischen und ökologischen Erfolg in der Nutztierhaltung. Die Lösung bringt der Einsatz von Sensoren in den Ställen, die laufend verschiedene Parameter überprüfen.  

Digitalisierung in der Tierhaltung: objektive Werte

Mittels der Sensoren kann der Landwirt kontinuierlich das Stallklima, zum Beispiel auf Zugluft, überprüfen. So sollte der Wind zum Beispiel mit maximal 0,2 Metern pro Sekunde durch den Schweinestall strömen. Steigen im Sommer die Außentemperaturen, sind 0,6 Meter pro Sekunde bei erwachsenen Tieren vorübergehend erlaubt. Sensoren liefern dafür die exakten Werte, an die sich der Nutztierhalter halten und auf die er sofort reagieren kann. Oder das Beispiel Luftfeuchtigkeit: Ist sie zu niedrig, schadet das dem Atmungsapparat der Tiere. Ist sie zu hoch, kondensiert Wasser im Stall, was wiederum Schimmelpilze und Korrosion fördert. Weitere wichtige Werte wie Temperatur, Licht und Schadstoffe lassen sich ebenso kontrollieren.

Weniger Krankheiten 

Auch die Tiere können von Sensoren überwacht werden. Fressverhalten, Bewegungsradius oder Körpertemperatur lassen sich protokollieren: Der Computer meldet so präzise wie schnell Abweichungen bei jedem einzelnen Tier. Wenn dann trotz genauester Überwachung ein oder mehrere Tiere erkranken, können Landwirt und Tierarzt reagieren, indem sie das Tier impfen, bei Bedarf von der Herde trennen und so die weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern. Negative wirtschaftliche Folgen für die Tierhalter lassen sich so vermeiden. 

Das Zusammenspiel von Digitalisierung im Stall und direkt am Tier ist eine Investition, die sich für den Tierhalter lohnt und die Wünsche der Verbraucher erfüllbar macht. Wichtig ist allerdings, dass der Nutzen der Digitalisierung für das Tier dem Verbraucher näher gebracht wird, damit mehr Technik im Stall innerhalb der Gesellschaft akzeptiert wird.   

Gesetzliche Regelungen

Seit 2006 ist der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung als Leistungsförderer oder rein prophylaktisch in Deutschland und der EU verboten. Seit 1. März 2018 gilt außerdem, dass wichtige Antibiotika in der Tiermast nur noch wie in der Zulassung bestimmt angewendet werden dürfen. Eine Umwidmung auf andere Tierarten oder Krankheiten ist unzulässig.

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