Biokunststoffe

Plastik vom Bauernhof

Von Jens Bartels · 2021

Kunststoffe aus biologisch abbaubaren Materialen sind im Kommen. Immer mehr Lebensmittel werden zum Beispiel mit diesen Stoffen verpackt. Forscher arbeiten aktuell mit Hochdruck an neuen und innovativen Lösungen: In den Fokus rücken dabei Zusammensetzungen, die nicht die Lebensmittelversorgung belasten.

Lebensmittel in Kunststoffverpackung
Mit Biokunststoffen Lebensmittel nachhaltig verpacken. Foto: iStock / monticelllo

Biokunststoffe erobern immer mehr Anwendungsgebiete und erzielen deutlich höhere Wachstumsraten als herkömmliche Standardkunststoffe. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungs-Institut Ceresana in einer aktuellen Studie. Zudem erwarten die Analysten einen weltweiten Anstieg des Biokunststoff-Umsatzes bis zum Jahr 2030 auf 8,1 Milliarden US-Dollar. Als Biokunststoffe werden dabei zwei Materialgruppen behandelt: biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe. Biobasierte Kunststoffe bestehen zu einem wesentlichen Teil oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Rohstoffe für biobasierte Kunststoffe liefern in der Regel stärke- und cellulosereiche Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr, manchmal aber auch Ölsaaten oder Holz. Biologisch abbaubare Kunststoffe sind Materialien, die sich in der freien Natur zersetzen oder zumindest in industriellen Anlagen kompostiert werden können.

Alternative Bio-Plastik

Manche Biokunststoffe erfüllen beide Bedingungen. So sind beispielsweise PLA aus Polymilchsäure, PHA aus Zucker oder TPS aus Stärke biobasiert und biologisch abbaubar. Biologisch abbaubare Biokunststoffe kommen aktuell etwa bei Lebensmitteln als kurzlebige Verpackungsfolien oder Tiefziehprodukte zum Einsatz. Dazu gehören Getränke- oder Joghurtbecher sowie Obst-, Gemüse- und Fleischschalen.

Biokunststoffe aus Fettabfall vom Schlachthof?

Die Forschung zu biobasierten Kunststoffen, die nachhaltig produziert, wiederverwertbar oder biologisch abbaubar sind, läuft auf Hochtouren. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang auch Stoffe, die nicht die Lebensmittelversorgung belasten. So entwickelten Forschende unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik einen biotechnologischen Prozess, mit dem ein Kunststoff aus tierischen Abfallstoffen hergestellt werden kann, der in der Natur in nur wenigen Monaten vollständig biologisch abbaubar ist. Für die Herstellung kultivierten Experten der TU Berlin Bakterien und fütterten sie in riesigen Fermentern mit dem Fettabfall vom Schlachthof.

Quelle:
Bundesregierung: Bio-Plastik als Alternative

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