Digitalisierung in der Landwirtschaft

Unsere smarte Farm

Von Pia Wegener · 2021

Viele Landwirte setzen in Zeiten von Klimawandel und wachsender Bevölkerung auf ressourcen- effiziente und umweltschonende Maschinen. Auf dem Bauernhof 4.0 übernehmen per App gesteuerte Landmaschinen die Aussaat, Drohnen kontrollieren die Gesundheit der Kulturpflanzen und feinste Sensorik sorgt dafür, dass nicht zu viel Düngemittel eingesetzt wird.

Traktor auf einem Acker; im Vordergrund Symbole für Digitalisierung
Die Digitalisierung hält Einzug in die Landwirtschaft. Foto: iStock / metamorworks

Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland auf Feldern und in Ställen 60,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid erzeugt – nach Angaben des Umweltbundesamts sind das 8,2 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen des Jahres 2020. Landwirte stehen aber nicht nur in puncto Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor großen Herausforderungen: Die der wachsenden Bevölkerung geschuldete Steigerung der Produktivität sorgt vielerorts für ausgelaugte Böden. 

Dank Digitalisierung in der Landwirtschaft Umwelt und Ressourcen schonen

Eine Option, der Klimakrise entgegenzutreten, sind smarte Technologien wie etwa Hightech-Landmaschinen, Agrar-Apps, Robotik oder Drohnen. Mit weniger Ressourcen mehr Ertrag einfahren: Das ist das Ziel dieser Smart-Farming-Methoden. Die digitalen Technologien und Anwendungen werden bereits von rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe genutzt. Das wirtschaftliche Potenzial ist dabei enorm, die Digitalisierung der Landwirtschaft birgt aber auch Chancen für eine nachhaltige Landbewirtschaftung. 

Drohnen übernehmen genaue Aussaat

Besonders beliebt bei Landwirten sind demnach GPS-gesteuerte Landmaschinen, die die Saat auf den Zentimeter genau und ökonomisch auf den Feldern verteilen. Andere Software-Optionen übernehmen die automatische Bewässerung, die Unkrautbeseitigung oder gar die gesamte Ernte. Eine intelligente Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln ist laut Studie zudem bereits bei jedem dritten Betrieb (32 Prozent) im Einsatz – auch so werden Ressourcen und die Umwelt geschont. Sensortechnik, etwa zur tierindividuellen Überwachung oder zur Messung von Klima-, Boden- und Pflanzendaten, wird ebenfalls genutzt. Sensoren zeigen auch an, ob Maschinen repariert oder gewartet werden müssen. Und Drohnen sorgen beim sogenannten Spot-Farming dafür, dass Getreide, Mais und andere Kulturpflanzen gezielt dort angepflanzt werden, wo sie die besten Bedingungen zum Gedeihen vorfinden. Dadurch werden Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingespart, die einen großen Anteil am CO₂-Ausstoß in der Landwirtschaft haben. 

Fliegende Beobachter im Einsatz

Die fliegenden Beobachter liefern außerdem Bilder und Daten über Pflanzengesundheit und Bodenbeschaffenheit. „Digitalisierung von einzelnen Prozessen oder Produktionsverfahren ist Alltag in der Landwirtschaft. Auch die neueren digitalen Technologien wie KI, maschinelles Lernen und Big Data werden erfolgreich in der Landwirtschaft eingesetzt“, erklärt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder fügt hinzu: „Der Kampf gegen den Klimawandel und die Reduktion von Umweltbelastungen sind eine riesige Herausforderung – ohne Digitalisierung werden wir sie nicht bewältigen. Wenn etwa Sensoren exakt den Bedarf der Pflanzen ermitteln und deshalb Dünge- und Pflanzenschutzmittel punktgenau ausgebracht wird, wenn präziser und wassersparender bewässert wird, dann schont das nicht nur Umwelt und Klima, sondern spart auch Geld und Ressourcen.“

Quellen:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Smart4Life
BayWa.de: Smart Farming

Die Landwirte überzeugen

Längst nicht alle Bauern sind von den innovativen smarten Landmaschinen überzeugt. Vor allem Landwirte mit kleinen Ländereien sehen den Einsatz und die damit einhergehenden Investitionen in smarte Technik kritisch oder zumindest als Herausforderung, weiß der Bitkom. Nun gelte es, die Vorzüge der Digitalisierung für die Gesellschaft, aber auch für den einzelnen Bauern herauszustellen: Denn die smarten Technologien helfen nicht nur, dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen und gleichzeitig die eigenen Prozesse zu optimieren. Für den Bauern ermöglichen sie auch eine geringere körperliche Belastung und so letztendlich mehr Freizeit.

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