Smart Farming

Acker und Stall mit Internet-Anbindung

Von Hartmut Schumacher · 2018

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik lässt die Landwirtschaft nicht nur effizienter, sondern auch ökologischer werden. Fahrerlose Traktoren und autonome Feldroboter sind keine Utopien mehr. Bei der Anbindung der Bauernhöfe ans Internet gibt es allerdings noch Missstände.

Eine Maschine erntet im Gewächshaus Salat. Thema: Smart Farming

Die Digitalisierung macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt: In Deutschland setzen schon 53 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe digitale Lösungen ein, hat eine Befragung des Digitalverbands Bitkom und des Deutschen Bauernverbands ergeben. Demnach gibt es zwei Stufen der digitalisierten Landwirtschaft – der Landwirtschaft 4.0: das Precision Farming und das Smart Farming. 

Mit Precision Farming ist das zielgerichtete Bewirtschaften landwirtschaftlicher Nutzflächen gemeint – auf der Basis aktueller Daten von Sensoren und Satelliten. Diese Daten informieren den Landwirt über die Beschaffenheit des Bodens, den Zustand der Pflanzen und die Gesundheit der Tiere. Hinzu kommen GPS-gesteuerte Spurführungssysteme für Landwirtschaftsmaschinen. Dank dieser Informationen und Steuerungssysteme lässt sich „der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln genauer und damit sparsamer gestalten“, erläutert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die Folgen: Kostenersparnis für den Landwirt – und ein besserer Schutz der Umwelt.

Smart Farming – clevere Maschinen

Eine Stufe weiter geht das Smart Farming: Hier findet eine Verknüpfung der Daten statt, wobei nicht nur die eigentlichen Landwirtschaftsmaschinen miteinbezogen werden, sondern der gesamte Betrieb – also auch Daten über Maschineneinsätze, Arbeitskräfte, Klima und Marktpreise. Diese Daten werden mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verarbeitet, teilweise nimmt die Software den Landwirten sogar Entscheidungen ab. Nicht zuletzt gehören zum Smart Farming auch halb- oder vollautomatisch arbeitende Maschinen, also zum Beispiel Melkroboter, Drohnen und autonome Traktoren.

Das Ziel des Ganzen besteht nicht nur darin, umweltschonender vorzugehen, kostengünstiger zu arbeiten und Menschen von Routineaufgaben zu entlasten, sondern schlicht auch darin, die Produktivität zu steigern – um mit dem Nahrungsbedürfnis der wachsenden Weltbevölkerung Schritt halten zu können.

Dabei steht das Smart Farming noch ganz am Anfang seiner Entwicklung: „Wir erwarten Entwicklungssprünge insbesondere bei Datenintegration und Big-Data-Anwendungen, bei autonomen Systemen und beim maschinellen Lernen in Verbindung mit neuer Sensortechnik“, so Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands. So rechnen 49 Prozent der von Bitkom und Bauernverband Befragten damit, dass im Jahr 2030 fahrerlose Traktoren auf deutschen Äckern unterwegs sein werden, 45 Prozent sehen Drohnen und 43 Prozent autonome Feldroboter kommen.

Mängel bei der Breitbandanbindung

Digitalisierung funktioniert nicht ohne eine schnelle und stabile Internet-Anbindung. Allerdings: „77 Prozent der Landwirte sind mit ihrem Zugang zum Netz nicht zufrieden. Die Pläne der Bundesregierung, bis 2025 flächendeckend ein gigabitfähiges Netz ausgebaut zu haben, sind daher bei Weitem nicht ausreichend“, mahnt Bernhard Krüsken.

Digitalkompetenz

67 Prozent der deutschen Landwirte sind der Meinung, dass Digitalkompetenz in ihrer Branche zukünftig genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz (laut Umfrage des Deutschen Bauernverbands und des Digitalverbands Bitkom).

29 Prozent geben jedoch an, dass in ihrem Betrieb zu wenig Digitalkompetenz vorhanden ist. Folgerichtig investieren 28 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe gezielt in die Fort- und Weiterbildung zu derartigen Kompetenzen.

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