Hightech in der Landwirtschaft

Drohnen, Roboter und Laser-Blitze

Von Hartmut Schumacher · 2017

Eine Frau steht mit einem Tablet auf dem Feld. Hightech ist in der Landwirtschaft auf dem Vormarsch
Landwirtschaftliche Fläche werden zu einem Erprobungsfeld für Hightech-Anwendungen.

Technische Neuerungen sind nötig, wenn die Landwirtschaft mit den steigenden Bevölkerungszahlen und den höheren Anforderungen an den Umweltschutz Schritt halten will. Hier einige der spannendsten Innovationen der jüngsten Zeit.

Unkrautbekämpfung aus der Luft

An der Hochschule für Technik Stuttgart läuft noch bis Juli 2019 das Forschungsprojekt „Remweed“, bei dem es darum geht, Landwirten durch den Einsatz von Drohnen bei der Unkrautbekämpfung zu helfen. Die Kameradrohnen fertigen 3D-Darstellungen der Ackerbereiche an. Diese Darstellungen enthalten Informationen über die Art und die Dichte des Unkrauts sowie über den Zustand der Kulturpflanzen. Auf Basis dieser Informationen lassen sich dann Applikationskarten erzeugen, die es erlauben, Unkrautvernichtungsmittel punktgenau einzusetzen.

Roboterschwärme pflanzen Mais an

Das bayerische Unternehmen AGCO hat mit dem „Mobile Agricultural Robot Swarms“-System einen Schwarm von Robotern für das präzise und automatisch dokumentierte Aussäen von Mais entwickelt. Die Roboter wiegen lediglich 50 Kilogramm und belasten den Boden daher weniger stark als konventionelle Sämaschinen. Wegen ihres leisen Elektroantriebs lassen sie sich auch zu Ruhezeiten einsetzen. Wenn ein Roboter ausfällt, passt das System automatisch die Pfade seiner Kollegen an, sodass sie seine Arbeit übernehmen können.

Drohnen retten Rehkitze

Tiere, die im Frühjahr Schutz im hohen Gras suchen, werden oft Opfer von Mähmaschinen. Dies betrifft besonders Rehkitze, aber auch junge Hasen sowie Vögel, die am Boden brüten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat im Forschungsprojekt „Wildretter“ ein System entwickeln lassen, das es ermöglicht, die Tiere aus der Luft zu orten. Und zwar durch eine Drohne, die die Tiere mittels einer Infrarot- und einer Farbkamera in Kombination mit einer Erkennungs-Software ausfindig macht. Mittlerweile haben mehrere Hersteller derartige Wild­retter-Systeme in ihrem Programm.

Quelle: Bitkom, 2016

Roboter pflücken Äpfel

Zwei Unternehmen in Kalifornien und in Israel arbeiten unabhängig voneinander an einem Roboter, der imstande ist, Äpfel von Bäumen zu pflücken. Der israelische Roboter setzt einen dreifingrigen Greifarm ein. Der kalifornische Konkurrent dagegen verwendet eine Vakuumröhre, die die Äpfel ansaugt. Ende 2018 sollen diese Roboter voraussichtlich serienreif sein.

Traktoren mit Elektromotor

Konzepte für elektrisch angetriebene Traktoren haben bereits mehrere Unternehmen, unter anderem aus Deutschland, den Niederlanden und den USA, vorgestellt. Die ersten derartigen Fahrzeuge sollen 2018 auf den Markt kommen.

Laser gegen Unkraut

Und noch eine neuartige Methode, Unkraut zu bekämpfen. Zwei Wissenschaftler an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn forschen an einem System, das ohne Herbizide auskommt – und daher auch für den ökologischen Anbau geeignet ist. Eine Kamera, die auf einem geländegängigen Roboterfahrzeug oder auch auf einem Traktor angebracht ist, erkennt unerwünschte Wildkräuter – die der Roboter dann mit einem kurzen und relativ schwachen Laser-Strahl beschießt, um sie abzutöten oder aber zumindest zu schwächen.

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